FÜ-JA ZZ Jazz Club Fürth e.V.
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Interview mit Franzika Graz von Canto da Lua

12.05.2026

Am Sonntag, den 17.05.2026 eröffnen wir bei FÜ-JAZZ unsere diesjährige Open-Air-Konzertsaison auf der Freilichtbühne im Fürther Stadtpark. Mit Canto da Lua tauchen wir ein in das Lebensgefühl und die Leichtigkeit der brasilianischen Musik. Im Vorfeld sprachen wir mit der Sängerin der Band.

 

Wie seid ihr als Band zusammengekommen und warum hat euch ausgerechnet der brasilianische Jazz so gepackt?

 

Wir kennen uns alle über die brasilianische Szene in Nürnberg, insbesondere die Roda de Choro, die einmal monatlich im Tellerrand stattfindet. 2024 hatten Aron Hantke und ich die Idee, ein Brazil Jazz Projekt mit Gesang zu gründen. Als Instrumentalsolist kam sofort Nico Graz dank seiner instrumentalen Vielseitigkeit infrage. In dieser Band spielt er Akkordeon, Saxophon und die Accordina (eine Art Melodika mit Knöpfen). Mit Jannis Krüger fanden wir nicht nur einen Pianisten, sondern gleichzeitig einen Bassisten, der sein Instrument „mit links“ auf der Synthbass-Klaviatur spielt. Jeder von uns hat sich vor Canto Da Lua bereits sehr intensiv sowohl mit brasilianischen Rhythmen beschäftigt als auch Jazz studiert. Daher war die Fusion aus beidem einfach der nächste logische Schritt.

 

 

Um ganz in die Musiktradition Brasiliens einzutauchen, seid ihr dort hingereist. Was habt ihr auf eurer Reise nach Brasilien erlebt und wie hat das eure Musik geprägt? Die Eindrücke der Reise habt ihr in eurem Album verarbeitet.

 

Nico und ich sind 2023 für insgesamt 6 Wochen in Brasilien, genauer gesagt, Foz do Iguazú, Rio de Janeiro und Salvador da Bahia gewesen. Das Ziel unserer Reise war es, die brasilianische Musikkultur hautnah zu erleben, lokale Musiker:innen kennenzulernen und von ihnen zu lernen. Die Natur um Foz do Iguazú inspirierte mich derart, dass ich noch am dortigen Flughafen, auf den Flug nach Rio wartend, begonnen habe, das Stück „As Cores da Mata“ zu komponieren, das heute der Titeltrack unseres gleichnamigen Albums ist. Es besteht aus drei Teilen und vertont Elemente aus der Natur um Foz du Iguazú – die mitreißenden Cataratas do Iguazú (Wasserfälle), die türkisblauen Schmetterlinge und den Parque das Aves (Vogelpark).

 

In Rio erlebten wir aufgrund der Prä-Karnevalszeit Samba an allen Ecken und Enden und besuchten Bossa Nova-Konzerte, z.B. im berühmten Beco das Garrafas in Copacabana. Dort wurde ich sogar von der Sängerin spontan auf die Bühne geholt, da ihr auffiel, dass ich alle Stücke mitsingen konnte. Ich erhielt viel Applaus, das Publikum war begeistert und es war ihnen vollkommen egal, dass ich keine Brasilianerin war. Die Liebe zu ihrer Musik und die Offenheit, sie mit Menschen, die sie auch lieben, zu teilen, ist etwas, was ich seither immer wieder von Brasilianer:innen erlebt habe. Das ist wunderschön und ich schätze es sehr!

 

Aron reiste einmal in den Nordosten Brasiliens, wo es wieder andere Rhythmen und Stile gibt, z.B. Frevo. Auch er wurde herzlich aufgenommen und spielte in einem Karnevalsumzug in einer „Bateria“ (Percussiongruppe). All diese Rhythmen – Samba, Bossa Nova, Frevo, Maracatú, etc. – sind auf unserem Album „As Cores da Mata“ vertreten.

 

 

Wir freuen uns darauf, dass ihr kommenden Sonntag etwas brasilianisches Lebensgefühl auf die Fürther Stadtparkbühne bringt! Werden wir tanzen können?

 

Auf jeden Fall! Man kann zu unserer Musik sehr gut tanzen und wir freuen uns immer, wenn sich das Publikum zu unserer Musik bewegt. Bewegung gehört in Brasilien einfach zur Musik dazu. Wir wollen mit unserer Musik positive Energie, Lebensfreude, Spontaneität, Kraft und Leichtigkeit transportieren.

 

Kontaktdaten:

Instagram: cantodalua.music

Homepage: www.cantodalua.de

 

Music: „As Cores da Mata“ (auf vielen Streamingdiensten erhältlich)

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