03.09.2026
Wir berichten in loser Folge über Jazz-MusikerInnen aus der Region. Heute: die Sängerin Daggi Krauß
Vielseitigkeit als Markenzeichen
Die Sängerin Daggi Krauß ist ein charmantes Naturtalent der fränkischen Livemusik-Szene. Während sich viele Musiker auf ein Genre beschränken, wechselt sie scheinbar mühelos zwischen den Welten. Ob Soul, Gospel, Jazz, Latin oder Musical: in zahlreichen Formationen gibt sie mit ihrer beeindruckenden Stimme jedem Song ihre eigene kraftvolle, emotionale Note.
Am 06.09.2026 tritt sie bei unserer Veranstaltung auf der Fürther Kulturterrasse auf.
Daggi, wie bist du zum Singen gekommen?
Ich habe schon als Kind gern gesungen. In meiner Jugend zuerst für mich alleine. Nachdem ich den Film Grease gesehen hatte, habe ich viele Songs von Olivia Newton-John einstudiert. Danach kamen Stücke von ABBA bis Whitney Houston. Die großen Vocal-Künstlerinnen waren meine Vorbilder.
Ich liebte auch alte amerikanische Musical-Filme aus den 40ern und 50ern mit Fred Astaire und Gene Kelly. Auch die Songs von Doris Day und vor allem von Ella Fitzgerald fand ich toll. So bin ich zum Jazz gekommen.
Die erste Band, in der ich gesungen habe, war eine Pop-/Rockband. Bei einem unserer Auftritte, habe ich einen Gitarristen kennengelernt, der für seine Funk-Band JUSAGROOVE eine 2. Sängerin suchte. Das war mein Wechsel zum Soul- und Funk Genre …
Parallel dazu war ich in verschiedenen Jazz-Formationen und bei einem Gesangsensemble, aus dem sich später The ChorSets formierten, zu denen ich heute noch gehöre.
Das Ganze ist aus dem Hobby gewachsen. Ich wollte nie Berufsmusikerin werden. Ich befürchtete, dass dadurch irgendwann der Spaß verloren geht.
Ich stand auch selbst mal für ein Musical auf der Theater-Bühne. In der Produktion „The Blues Brother Show“ spielte ich bei 16 Vorstellungen die Gloria. Diese Figur war angelehnt an die Rolle der Aretha Franklin im Film Blues Brothers. Das war eine tolle Erfahrung und meine langjährige Tanzausbildung im Jazz Dance war dafür sehr hilfreich.
Bei dieser Produktion lernte ich tolle Musiker kennen u. a. Armin Rech und Traugott Jäschke, mit denen ich ja heute noch zusammen Musik mache.
Was sind deine aktuellen Bands und Projekte?
Neben der Daggi-Krauß-Band singe noch bei der Herzophonics Big Band, der Big Wabbit Band, der Funkband Soul Edition und beim Gesangsensemble The ChorSets. Wir sind drei Sängerinnen mit Pianist und spielen Pop- und Gospel-Songs, viele auch mit Tanz Performance. Die Arrangements für den 3-stimmigen Gesang mache überwiegend ich, und meine Mitsängerin Petra Heinl, die Tanzpädagogin ist, macht die Choreographien zu den Songs. Das macht riesigen Spaß.
Wie ist die Daggi Krauß Band entstanden?
Die Band gibt es nun schon einige Jahre. Traugott Jäschke und Michael Schleinkofer spielten schon viele Jahre zusammen. Traugott hatte mich dann mal zu einer Probe eingeladen und so kam ich dazu…
Vieles hat sich aus den Connections aus dem FÜ-Jazz-Verein ergeben. So hat sich die Band immer mehr vergrößert. Armin Rech am Bass und Charles Blackledge am Schlagzeug kamen dazu… allesamt tolle Musiker. Mit Michael Beer haben wir dann noch einen sehr talentierten jungen Gitarristen gefunden. Ich bin sehr dankbar und freue mich immer noch wahnsinnig, dass ich so erstklassige Musiker an meiner Seite habe und dass wir so „Subbernummern“ im Programm haben, wie Michael Schleinkofer sagen würde.
Michael ist für mich ein Ausnahme-Talent am Klavier und der musikalische Leiter der Band. Wir haben einen ähnlichen Musikgeschmack. Dadurch entstand diese Mischung aus Jazz, souligem Pop und Latin, anspruchsvolle Versionen von bekannten Stücken, die uns allen Spaß machen
An meinem Geburtstag, am 15.10.2026, spielen wir übrigens in der Kofferfabrik. Bei dem Auftritt ist auch Rainer Berneth an den Percussions dabei. Vielleicht kommen auch einige Freunde und wir feiern einfach während und nach dem Auftritt :-).
Welchen Musikstil bevorzugst du persönlich?
Ich mag gerne die alten Soul- und Funk-Klassiker z. B. von Earth, Wind & Fire, aber auch neueren Soul wie Black Music und Neo Soul. Zu Silvester war ich bei einem wunderbaren Konzert von Torsten Goods. Ich mag die Musik, die er macht: So eine Mischung aus Soul und Jazz, eingängige Melodien, ein schöner Groove… darauf steh’ ich total.
Was macht eine gute Sängerin aus?
Natürlich ist Intonation wichtig und eine gewisse Range über die Tonhöhen sehr hilfreich, aber ich denke, auch wenn man nicht über die Gesangsfähigkeiten einer Mariah Carey verfügt, wird die Interpretation richtig gut, wenn eine Sängerin nicht nur singt, sondern ihren Text erzählt!
Ich glaube, so kommt eine authentische Nuance rein, die die Leute einfach mitnimmt, selbst wenn sie den Text nicht verstehen.
In jungen Jahren hatte ich viel Lampenfieber und konnte meine Auftritte oft nicht richtig genießen. Jetzt ist das wesentlich besser. Es ist mir wichtig, gut vorbereitet zu sein, damit ich mich voll und ganz auf die Musik einlassen kann.
Musik ist eine der besten Sachen der Welt finde ich, vielleicht sogar DIE beste… neben Liebe natürlich :-). Wenn ich so darüber nachdenke… bei den „magischen Momenten“ in meinem Leben war eigentlich immer Musik im Spiel.
Wir freuen uns sehr auf „magische Momente“ am 6. September!
Das Gespräch führte Brigitte Meidel.
Daggi Krauß und Michael Schleinkofer 2026 auf der Freilichtbühne
Foto: Andreas Roch